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Zusatzinformationen

Unfallregulierung

Ein Unfallgeschädigter hat die Wahl, ob er sein Kfz reparieren lässt und von der Versicherung Bezahlung der Reparaturrechnung fordert, oder ob er sich den Schaden laut Gutachten auszahlen lässt und das Geld beliebig verwendet.

So weit so gut: Aber was gilt bei Totalschäden? Wer bestimmt, ob Ihr Auto einen Totalschaden hat? Brauchen Sie einen Gutachter? Wer wählt den Gutachter und wer bezahlt Ihn? Müssen Sie den Unfall melden? – Auch wenn Sie gar nicht schuld sind? Brauchen Sie Ihre Kaskoversicherung? Woher bekommen Sie einen Mietwagen? Müssen Sie die Werkstatt beauftragen, die Ihnen die Versicherung vorgibt? Wie schildert man den Unfall der Versicherung? Und, und, und …

Plötzlich Fragen über Fragen, Entscheidungen sind von Ihnen gefordert, Sie fühlen sich von allen Seiten bedrängt und völlig unvorbereitet. Behalten Sie kühlen Kopf, nehmen Sie sich einen Anwalt und lassen Sie sich beraten. Gemeinsam mit uns treffen Sie die richtigen Entscheidungen. Wir kennen uns aus im Dickicht der Bestimmungen des Schadenersatz- und Versicherungsrechts. Wir wissen um die verschiedenen Interessen von Versicherungen und Behörden, Autohändlern- und Werkstätten, Autovermietern, Abschlepp- und Verwertungsunternehmen etc. Wir helfen Ihnen bei der Unfallregulierung zwar nicht umsonst, dafür aber nur in Ihrem Interesse.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und senden Sie uns den Fragebogen über das Portal Schadenfix ausgefüllt zu. Oder vereinbaren Sie telefonisch einen Termin in unserer Kanzlei. Wir setzen uns mit Ihrer Rechtsschutzversicherung in Verbindung und klären die Kostenübernahme.

Übrigens, in Unfallsachen(Schadensregulierung) – bei unverschuldeten Unfällen und oft sogar bei Teilschuld – muss Ihnen die Gegnerversicherung die Anwaltskosten bezahlen. Ihnen entstehen keine zusätzlichen Kosten. Wir kümmern uns darum.

  • AG Rudolstadt – Kein Abzug für ersparte Aufwendungen bei Mietwagenkostenersatz

    Geschrieben von RA Starke in der Kategorie Unfallregulierung, Verkehrsrecht. 0 Kommentare.

    Bei Anmietung eines Ersatzfahrzeuges für einen Reparaturzeitraum von wenigen Tagen muss sich der Geschädigte keinen Eigenanteil an den Mietwagenkosten für ersparte Aufwendungen anrechnen lassen. Dies gilt auch bei Anmietung eines klassengleichen Fahrzeuges, AG Rudolstadt, Urteil vom 14.04.2010 – Az: 3 C 549/09, 2 C 104/09.

    Die Entscheidung:

    Entgegen der gängigen Praxis vieler Gerichte, die – worauf die Kläger zu Recht hinweisen – eine belastbare Begründung regelmäßig nicht liefern – ist das Amtsgericht Rudolstadt der Auffassung, dass sich ein Geschädigter bei Anmietung eines klassengleichen Fahrzeuges keinen pauschalen Abzug in Höhe von 10 Prozent der Mietwagenkosten von der Versicherung des Unfallverursachers anrechnen lassen muss.

    Die gegenteilige Rechtsprechung vieler anderer Gerichte geht offenbar immer noch davon aus, dass die Nichtbenutzung des eigenen Fahrzeuges während des Reparaturzeitraumes für den Geschädigten tatsächlich als vermögenswerter Vorteil „wohl im Sinne der Schonung des eigenen Wagens“ sei, der mit einem Eigenanteil an den Mietwagenkosten als Gegenrechnungsposten bei der Schadenabrechnung abzugelten sei. Das AG Rudolstadt ist der Meinung, dass es einen solchen „Vermögensvorteil“ bei dem Geschädigten in Wahrheit nicht gibt. Angesichts heute üblicher Laufleistungen von mehreren hunderttausend Kilometern, einem bei gewöhnlichen Fahrzeugen kaum noch messbaren Ölverbrauch und Verschleiß an Verbrauchsteilen – bezogen jedenfalls auf i.d.R. wenige hundert Kilometer der Mietwagennutzung während der Mietzeit – ist das AG Rudolstadt vielmehr der Auffassung, dass in Fällen, wo das eigene Fahrzeug nur für ein paar wenige Tage unbenutzt bleibt, weil während der Reparaturzeit ein Mietwagen benutzt wird, kein tatsächlich messbarer Vorteil entsteht, der bei der Schadenersatzberechnung als Gegenrechnungsposition abgezogen werden müsste.

    Im Fall hatte der klagende Geschädigte für 8 Tage während der Reparatur seines unfallbeschädigten Pkw einen Ersatzwagen angemietet, mit dem er in dieser Zeit 775 km gefahren war. Damit hatte er mit dem eigenen Fahrzeug einen Fahraufwand und den damit verbundenen Verschleißkostenaufwand erspart, der sich ausgehend von einer angenommenen Gesamtfahrleistung seines Fahrzeuges nicht einmal in Prozent sondern im Promillebereich bemessen lässt. Das Gericht sah sich damit außerstande, in nachvollziehbarer Weise einen bestimmten Bereicherungsbetrag zu ermitteln, um den der Kläger wegen der Schonung seines Wagens bereichert wurde, um jenen dann als Geldbetrag von der Summe der zu ersetzenden Mietwagenkosten wieder abzuziehen.

    Anmerkung:

    Ein schönes Beispiel für das Sprichwort: „Vor Gericht und auf hoher See sind wir alle in Gottes Hand“. Denn je nachdem, von welcher Seite man sich der Sache nähert, geht der Streit um die sog. „ersparten Eigenaufwendungen“ beim Mietwagenkostenersatz auch aus. Das Schadenersatzrecht kennt verschiedene Grundsätze. So z.B. „Der Schädiger hat den Geschädigten so zu stellen, wie er ohne den von ihm angerichteten Schaden stünde“. Daraus folgt dann, dass Mietwagenkosten bei Inanspruchnahme eines Mietwagens zu bezahlen sind. Andererseits ist ebenfalls anerkannt: „Der Geschädigte soll am Unfall nicht verdienen“, „er soll nach dem Unfall nicht besser stehen als vorher.“ Und aus diesem Grundsatz leiten die Versicherungen ihre Argumentation für den notwendigen Abzug der ersparten Eigennutzung bei Mietwageninanspruchnahme her, der ihrer Meinung nach bei mindestens 10 bis 15 Prozent der Mietwagenkosten liegen soll. Richtig daran ist, dass es während der Anmietung natürlich eine gewisse Eigenersparnis gibt, deren genaue Höhe allerdings keine der Parteien nachvollziehbar bestimmen kann. Und in diesen Fällen darf das Gericht den anzurechnenden Betrag gem. § 287 ZPO schätzen – mit offenem Ausgang -, vorausgesetzt das Gericht sieht sich nicht sogar mangels Anknüpfungspunkten dazu, wie hier, vollends außerstande.

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  • AG Siegburg – Voller Erstattungsanspruch für Gutachterkosten auch bei hälftiger Mitschuld

    Geschrieben von RA Starke in der Kategorie Unfallregulierung, Verkehrsrecht. 2 Kommentare.

    In einer interessanten Entscheidung hat das Amtsgericht Siegburg jetzt die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners verpflichtet, dem Anspruchsteller die Gutachterkosten zur Ermittlung des Fahrzeugschadens in voller Höhe zu ersetzen, obwohl der Anspruchsteller am Unfall selbst unstreitig eine Mitschuld von 50 Prozent zu tragen hatte, Urteil des AG Siegburg, Urteil vom 31.03.2010 Az: 111 C 10/10, vgl. NJW 2010, 2289.

    Es entsprach bislang allgemein üblicher Praxis, dass die zur Schadeninstandsetzung erforderlichen Kosten (z.B. Reparaturkosten, Mietwagenkosten, Sachverständigenkosten, etc.) bei einem Schadenfall anteilig nach Haftungsquoten erstattet werden. Das heißt, hat der Geschädigte keinen Mithaftungsanteil zu tragen, bekommt er vollen Ersatz; beträgt sein Mithaftungsanteil 30 Prozent, bekommt er die Kosten zu 70 Prozent ersetzt; beträgt sein Mithaftungsanteil 50 Prozent, dann bekommt er 50 Prozent seines Schadens ersetzt usw. Das gilt grundsätzlich so auch für alle weiteren möglichen Schadenpositionen (Verdienstausfall, Behandlungskosten, Kleidungsschaden etc.) Ein wenig anders ist die Erstattungspflicht nur hinsichtlich der Rechtsverfolgungskosten (Anwaltskosten und Gerichtskosten) geregelt.

    Da diese Kosten streitwertabhängig sind (vereinfacht gesagt; je höher der Streitwert um so höher das Anwaltshonorar) und nur dann und in dem Umfang anfallen, in dem es sinnvoll ist, Schadenersatz zu fordern, richtet sich der Umfang der Erstattungspflicht, nach der Höhe des berechtigten Schadenersatzanspruchanteiles auf alle übrigen Schadenersatzpositionen. Wer also einen Gesamtschaden von z.B. 10.000 Euro hat und weiß oder wissen muss, dass sein Mithaftungsanteil 50 Prozent beträgt, bekommt nicht 50 Prozent der nach einem Gesamtschaden von 10.000 Euro berechneten Anwaltskosten ersetzt, sondern er hat Anspruch auf Ersatz der nach dem realistischen Gesamtanspruch von 5.000,00 Euro berechneten Anwaltskosten. Diese bekommt er aber dann zu 100 Prozent ersetzt, weil sie zur sachgerechten Durchsetzung des berechtigten Teiles seiner Schadenersatzforderungen notwendig sind.

    Und aus Sicht des Amtsgerichtes (AG) Siegen verhält es sich ähnlich mit den Sachverständigenkosten. Diese sind den Rechtsverfolgungskosten vergleichbar, denn sie dienen ausschließlich dazu, den nach der jeweiligen Haftungsquote zu ersetzenden Schadenumfang für andere Schadenpositionen zunächst einmal zu ermitteln und durchzusetzen. Die Kosten fallen in gleichem Umfang an, selbst wenn der Geschädigte Ersatz für den Fahrzeugschaden, dessen Ermittlung sie ja dienen, von vorn herein nur um den Mithaftungsanteil gekürzt verlangen will. Und sie fallen gar nicht an, wenn der Geschädigte gar keinen Schadenersatzanspruch geltend macht, z.B. weil er weiß dass er allein Schuld ist.

    Die Begründung lässt sich hören. Es bleibt abzuwarten, ob und inwieweit sich dieser Ansatz in der Rechtsprechung durchsetzt. Nicht entschieden wurde übrigens die Frage, ob bei einer Mithaftung auch die Sachverständigenkosten nur nach einem niedrigeren Wertansatz erstattungsfähig sind. Diese Frage ist für alle Sachverständigen deren Gebührentabelle von der Höhe des begutachteten Schadens abhängig ist – und dies dürfte die Mehrheit sein – nicht ohne Interesse.

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  • Ein von der Versicherung über Internet-Restwertbörsen eingeholtes erhöhtes Restwertangebot ist bei der Totalschadenabrechnung nicht relevant

    Der Geschädigte muss sich keinen höheren Restwert anrechnen lassen, der sich nur nach Recherchen auf dem Sondermarkt der Internet-Restwertbörsen ergibt. Maßgeblich für die Restwertermittlung ist, was der Geschädigte bei Inzahlunggabe seines Unfallwagens oder bei einem Verkauf auf dem ihm zugänglichen regionalen Markt erzielen könnte (BGH Urteil vom 29.04.2010 – Az: I ZR 68/08). Im Rahmen […]

  • Das unerlaubte Einstellen von Fotos aus Gutachten in eine Internet-Restwertbörse zur Erzielung erhöhter Restwertangebote ist illegal

    Haftpflichtversicherer sind nicht berechtigt, Bilder aus Schadengutachten, die im Auftrag des Geschädigten erstellt wurden, ungefragt im Internet in so genannte Restwertbörsen einzustellen, um damit erhöhte Restwertangebote zu erzielen, die dann zur Kürzung der Schadenersatzansprüche des Geschädigten verwandt werden. Bei Zuwiderhandlung hat der Gutachter gegen die Versicherung einen Schadenersatzanspruch auf Unterlassung, auf Zahlung fiktiver Lizenzgebühren und einen Anspruch […]

  • Kürzung des Kasko-Versicherungsschutzes bei grober Fahrlässigkeit – Quotenbildung gemäß VVG nach Gosslaer Orientierungsrahmen

    Nach dem neuen Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist es den Versicherungen gestattet, bei Pflichtverletzungen der Versicherten im Zusammenhang mit einem Schadenfall die vertraglich geschuldeten Leistungen unter Berufung auf die Pflichtverletzung anteilig zu kürzen.

  • Verkehrsunfall, Was nun? – Erste Maßnahmen nach dem Unfall

    Im Schnitt wird jeder Autofahrer alle fünf Jahre in einen Unfall verwickelt. Schuld oder nicht schuld, das ist dabei immer wieder die Frage.

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